Der Schwedenplatz der Zukunft

Der Schwedenplatz der Zukunft

Schwedenplatz in Wien – Neuer, Grüner, Schöner
Wenngleich es noch einige Jahre dauert, bis der Schwedenplatz in der österreichischen Bundeshauptstadt neugestaltet wird, so können sich die Passanten schon heute auf einige Neuerungen freuen. Anlass dazu bietet das Landschaftsarchitekturbüro Realgrün aus München. Vor mittlerweile vier Jahren haben die ersten Vorbereitungen zur Neugestaltung des Wiener Schwedenplatzes begonnen. Es ist der langjährige Wunsch von Wiener Politikern und Bürgern gleichermaßen, aus dem derzeitigen Schwedenplatz buchstäblich mehr zu machen. Das ist der Firma Realgrün voll und ganz gelungen. Sie hat den zweistufigen Architektenwettbewerb gewonnen. Von fünf Dutzend Planungsbüros aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und der Schweiz haben es sechs in die engere Auswahl geschafft. Unter denen wurde letztendlich von der Wettbewerbsjury das Münchener Büro Realgrün ausgewählt. Eine sehr gute Wahl, wie der schweizerische Landschaftsarchitekt Guido Hager als Leiter der Jury meint. Ebenso sieht es die deutsche Stadtplanerin Christa Reicher. Gemeinsam mit Hager leitet sie die Jury.

Mehr Grün, weniger Aufbauten, weniger Standl
Nach Ansicht der Realgrün-Planer soll mit den zurzeit vorhandenen Verkaufsständen und Aufbauten aufgeräumt werden. An ihre Stelle tritt mehr Grün. Gemeint sind damit unter anderem Gingkos und nutzbare Grünflächen. Parifizieren sowie erstes Nutzwertgutachten haben zu dem Ergebnis geführt, dass der heutige Schwedenplatz eher ein Durchzugsplatz als eine Oase der Ruhe und Erholung ist. Wie es die Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou [Grüne] formuliert: „… ist der Schwedenplatz zerspragelt, regelrecht unaufgeräumt. Die Bürger wünschen sich mehr nutzbare Grünflächen und einen insgesamt übersichtlicheren, schöneren Platz. Genau das habe die Münchener Realgrün umgesetzt.“

parifizieren
Morzinplatz wird Park der Ruhe und Erholung
Ein weiteres Nutzwertgutachten hat ergeben, dass der Morzinplatz an der Marc-Aurel-Straße parkähnlich angelegt und neugestaltet wird. Der Schwedenplatz hingegen soll als Platz erhalten beziehungsweise platzähnlich umgestaltet werden. Auf dem Morzinplatz werden zwei größere Grünflächen eingerichtet. Eine davon wird, bedingt durch die darunter liegende Tiefgarage, um einen halben Meter erhöht angelegt. Mehr als 3.000 Quadratmeter Grünfläche, auf denen kleine Wasserbereiche sowie eine freie Bestuhlung verteilt werden, rücken den Morzinplatz in ein ganz neues Licht.

Neugestaltung von Stephansplatz an erster Stelle
Insgesamt 160 Bäume werden neu gepflanzt. Sie bilden keine Allee, sondern laut Juryleiter Guido Hager eher einen Baumfilter. Der laufende Verkehr entlang dem Franz-Josef-Kai wird abgeschirmt, wobei der Stephansplatz selbst transparent und offen wirkt. Wie Hager formuliert, „… soll auf luftige Weise verbunden, nicht getrennt werden …“. Versteckte, wenig einsehbare Ecken gibt es nicht mehr. Auch Schanigärten inklusive Gastronomie werden deutlich eingedämmt. Zum Parifizieren gehört es auch, die jetzige Bushaltestelle zum U-Bahneingang hin zu verlegen. Dortige Trankstelle sowie Busparkplatz werden auf Sicht umgesiedelt. Und ebenfalls klärungsbedürftig sei die gewünschte Änderung der Straßenbahn-Gleisstraßen.

Nach Auffassung von Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou
drängt die Neugestaltung des Schwedenplatzes nicht allzu sehr. Zunächst steht der Spatenstich innerhalb der nächsten Tage für die Umgestaltung des Stephansplatzes an. Bezirksvorsteher Markus Figl rechnet mit einer zweijährigen Bauzeit. In diesen Monaten sollen Planen und Parifizieren für den Schwedenplatz forciert werden. Hier ist der Spatenstich frühestens im Jahre 2018 zu erwarten. Die Umgestaltung in zwei Bauphasen sei voraussichtlich im Jahre 2025 abgeschlossen. Die Kosten von 20 Millionen EUR werden zu je ein halb auf beide Bauphasen verteilt. Der vorgesehene Rückbau der Abbiegespur hin zum zweiten Wiener Bezirk kann bis zur zweiten Bauphase warten.