Altbausanierung hat seinen Preis

Altbausanierung hat seinen Preis

Das Altbauambiente ist mit hohen Kosten verbunden

Beim Thema „Sanierung“ lässt sich mit heutiger Technik und architektonischem Können in alten Gebäuden hoher Wohnkomfort herstellen. Als herausfordernd dagegen stellt sich die optimale Wärmedämmung dar.

Kulturerbe trotz moderner Dämmtechniken erhalten

Als kostspielig und aufwändig erweisen sich Sanierungen alter Häuser und Wohnungen, sagt Robert Gassner, der Betreiber einer Wiener Bauträgerfirma ist, dessen Schwerpunkt Sanierungsdienstleistungen sind. Häufig sind Neubauten genauso teuer wie Sanierungen. Weshalb es sich dennoch lohnt, Altbauten zu sanieren, erklärt Gassner in seinem neulich erschienenen Buch. Dort schwärmt er von den einzigartigen Gebäudeeigenschaften, die Bauten vergangener Zeiten mit sich bringen. Es sind die Raumhöhen, der goldene Schnitt und die Fensterteilungen, die architektonisch ihre Reize schaffen. Gassner führt aus, dass es ebenso wichtig ist, das Kulturerbe zu erhalten und die Häuser, die die vertraute Umgebung ausmachen zu schützen. Umsetzen lässt sich bei Altbauten beinah alles. nutzwertgutachtenLediglich die Wärmedämmung der alten Gebäude bereitet oftmals Komplikationen. So ist bei einer gegliederten Außenfassade nur eine Innendämmung von maximal fünf Zentimeter realisierbar, da die sogenannten Tramköpfe bei einer stärkeren Wärmedämmung Schaden nehmen könnten. Als Lösung hierfür sieht Gassner die Temperierung der Baukomponenten in den Wintermonaten, wodurch die Tramköpfe geschützt würden. Was die Energieaspekte bei einer Generalsanierung angeht, sieht Gassner diese als weniger problematisch an. Der Ausbau des Dachbodens im Passivhausstandard sorgt allein schon dafür, dass das ganze Gebäude rechnerisch dem eines Niedrigenergiehauses entspricht.

 

 

Fassadenelemente können nachgebildet werden

Einfach gestaltete Fassaden können leicht mit einer äußeren Wärmedämmung versehen werden. Auf diese Weise gelang es dem Architekten Martin Treberspurg einen aus dem Jahr 1928 stammenden Gemeindebau in ein Niedrigenergiehaus umzugestalten. Dabei wurden die Elemente der Fassade aus Dämmstoff nachgebaut. Für Fassaden, die kunstvolle Arbeiten von Bildhauern integriert haben, kann diese Methode keine Anwendung finden, sagt Treberspurg.
Sanierungsarbeiten müssen jedoch nicht immer damit einhergehen, dass bei denkmalgeschützten Gebäuden alle Details erhalten bleiben. In der Breitenfurter Straße wurde in einem Gebäude beispielsweise ein vormaliges Geschäftslokal in den Eingangsbereich integriert und zusätzlich ein Fahrstuhl installiert. Aus bautechnischer Sicht waren diese Änderungs- und Erweiterungsarbeiten am Gebäude besonders herausfordernd, da ein ebener Eingang entstehen musste, für den die Kellerdecke herabgesenkt wurde. Die Baustoffe selbst müssen nicht den historischen Materialien entsprechen, wenn sie nicht zu besonderen gestalterischen Zwecken verwendet werden, sagt Treberspurg. Moderne Komponenten sind durchaus sinnvoll. So wurden auch die Loggien des Gebäudes in Liesing mit Holz-Alu-Fenstern versehen.

Originalität und Urbane Landwirtschaft

Auch Gassner greift bei Sanierungen neben Holzfenstern oftmals auf wartungsfreie Holz-Alu-Fenster zurück. Es liegt ihm am Herzen die historische Atmosphäre zu konservieren, wobei für ihn Kunststoffböden zum Beispiel keineswegs infrage kommen. Der Lebensqualität in professionell sanierten Altbauten wesentlich beitragend sind seiner Meinung nach ebenso kleine Grünareale in Form von begrünten Innenhöfen und Fassaden. Ferner bekennt er sich zur „Urbanen Landwirtschaft“, die auch als „Urban Farming“ bekannt ist.
Bessere Rahmenbedingungen wünscht sich Gassner für die Sanierung von älteren Gebäuden. Für Menschen, die in der Stadtmitte leben, wären diese nämlich aufgrund der günstigen und zentralen Lage der Wohneinheiten insbesondere sinnvoll und auf lange Sicht wirtschaftlich.